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Die emotionale Wirkung von Geschichten

Autor: Nimda (Seite 3 von 4)

Schreibtechniken für emotionale Texte

Eine Reihe von Techniken gehören zum Standard-Repertoire erfolgreicher Autoren, um emotionale Reaktionen bei den Lesern hervorzurufen. Einige, dieser häufig wiederkehrenden Muster, sollen am Beispiel von Das Leben der Anderen, der Serie 24Titanic etc. vorgestellt werden:

  • Aus einer falschen Überzeugung handeln
  • Opfer für einen noblen Zweck
  • Falsche Prioritäten
  • Betonung durch ein besonderes Ereignis
  • Eine Figur versucht seine rechtmäßige Position wiederzuerhalten

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Suspense und Wissensschichten von Figuren und Zuschauern

Hitchcock zufolge gehört Suspense zu den zentralen Mitteln, um Zuschauer an einen Film zu ketten. Suspense entsteht demnach, wenn der Rezipient über eine Bedrohung oder Gefahr informiert ist, von der die betroffene Figur (oder Figurengruppe) nichts weiß.

Sein klassisches Beispiel ist die tickende Bombe, die bei einem gemütlichen Abendessen unter unter Freunden unter dem Tisch liegt.

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Thematisch-argumentative Story-Elemente

In Die Verurteilten von Stephen King wird ein Insasse nach 50 Jahren Haft entlassen. In dem Supermarkt, in dem er anschließend arbeitet, findet sich diese Nebenfigur nicht zurecht. Das Einräumen von Regalen, der Umgang mit Kunden etc. überfordert diesen lange von der Gesellschaft abgeschotteten Ex-Gefangenen. Er begeht Selbstmord.

Für die Gesamthandlung besitzt dieser Strang keine Relevanz und es handelt sich um eine Nebenfigur. Die Szene fügt sich allerdings thematisch in den Film und ist als sozialer Kommentar zu lesen. Während es sich in Die Verurteilten um ein untergeordnetes Ereignis handelt, kann auch ein Gesamtwerk thematisch-argumentativ organisiert sein.

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Toni Erdmann

Meine Tochter hat keine Zeit mehr für mich. Ich habe mir jetzt eine Tochter aus Ungarn gemietet, die ist sehr günstig und macht mir auch die Nägel.

Meine Schildkröte ist gestorben. Ich bin jetzt 55 Jahre alt und hatte sie mein ganzes Leben lang. Sie hatte einen Herzinfarkt.

Winfried Conradi kommt nach Bukarest und stattet seiner Tochter Ines einen unerwarteten Besuch ab. Sie macht in einer Consultant-Firma Karriere, arbeitet den ganzen Tag und wirkt unglücklich. Ihr Vater kommt zu ihren Firmenevents, zu Gesprächen mit Kunden und auf ihre Partys mit Kollegen. Zum Teil lädt sie ihn ein, zum Teil taucht er dort unaufgefordert auf.

Dabei inszeniert er sich als Fremdkörper. Er trägt eine schmierige Perücke und ein riesiges Gebiss aus Plastik. Und er quatscht die Menschen aus der Business-Welt mit seinen seltsamen Storys zu, von denen ich oben zwei aus meiner Erinnerung wiedergegeben habe.

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Arrival

In dem Film Arrival von Denis Villeneuve landen eine Reihe von Ufos in verschiedenen Ländern der Erde. Eine Sprachwissenschaftlerin soll Kontakt zu den Außerirdischen aufnehmen und herausfinden, was diese wollen. Was ich an dem Film mag:

Die Ufos

Es sind keine fancy Ufos mit 1.000 Knöpfen und Lampen, die so leuchten wie eine Discokugel. In Arrival sind sie schlicht und simpel gehalten und haben eine einfache Form, von außen wie von innen. Sie wirken so, als hätte Steve Jobs persönlich ihr Design entwickelt.

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Sekundärliteratur

Brewer, William F. und Edward H. Lichtenstein (1982): ≫Stories are to entertain: A structural-affect theory of stories≪. In: Journal of Pragmatics 6, S. 473–486.

Carroll, Noel (1990): The Philosophy of Horror. Or Paradoxes of the Heart. New York: Routledge.

Carroll, Noel (1996a): ≫The Paradox of Suspense≪. In: Suspense. Conceptualizations, Theoretical Analyses, and Empirical Explorations. Hrsg. von Peter Vorderer, Hans J. Wulff und Mike Friedrichsen. Mahwah, New Jersey: Lawrence Erlbaum Associates, S. 71–91.

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